Wer das erzählt der lügt.

Ich hab mir das bisher eigentlich auch immer so vorgestellt. Alles gut, meine Frau ist schwanger und ich werde Vater. Ich hab keine körperlichen Einschränkungen, dafür helfe ich der werdenden Mutter wo ich nur kann und erzähle überall stolz rum wie toll es ist Vater zu sein und wie super ich doch bestimmt als Papa sein werde.

So weit so toll.

Was ich allerdings nicht wirklich bewußt beachtet habe ist: Ich werd nicht alleine Eltern. Das ist biologisch gesehen schon nicht möglich. Also habe ich vergessen, dass dort noch ein weiteres Wesen bei mir ist. Nora, die werdende Mutter. Ich habe immer nur mitbekommen, wie sie stolz erzählt hat, wie es sich anfühlt und das sie immer die Ultraschallaufnahmen rumgezeigt hat. Das ich irgendwann zu sehr werdender Vater sein könnte kam mir nie in den Sinn. Logisch, ich bin überall dabei: Frauenarzt, Hebammenerstbesuch, usw. Nur… ab und an zeigt sich, das ein Mann auch zuviel “dabei” sein kann. Was ist mit Fragen, die die Frau auch mal dem Frauenarzt stellen will, die mit intimen Sachen zu tun haben? Da bin ich nicht zuständig und da gehöre ich auch nicht hin. Hab ich bisher aber nicht drüber nachgedacht. Deswegen möchte ich mich hier aufrichtig entschuldigen. Ich will zwar ein guter Vater sein, aber mit Sicherheit nicht auf Kosten der Mutter aka meiner Frau alias Nora. Es tut mir leid mein Schatz, ich nehm mich ab sofort etwas zurück. Wir kriegen das schon hin, dass das Baby von uns beiden was hat und nicht nur von mir und auch nicht nur von dir. Bin da felsenfest von überzeugt :)

so long